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DIE ZWIEBLINGER

Die „Zwieblinger“
 
Wer aus Esslingen oder dessen Umkreis kommt ist heute noch im Ländle ein „Zwieblinger“.
Dies rührt aus einem 1519 verfassten und gegen den Herzog Ulrich gerichteten Lied, in dem die schwäbischen Reichsstädte mit ihren Eigenarten aufgezählt werden, als „vil grober nihel“ (grobschlächtige Kerle) bezeichnet werden, die imstande seien, „ain würdig gotzhus“ (ein würdiges Gotteshaus) zu verbrennen. Damals schlugen die Wogen im Kampf der Esslinger zum letzten Mal gegen den Württembergischen Herzog hoch. Neid und Hass fraßen sich auf beiden Seiten fest. Verständlich, warum die Esslinger den Württembergern die Weinberge verwüsteten und von den Ziegen noch die Schösslinge abfressen ließen, in besonders böser Markierung erscheinen. Interessant ist, dass eine gleichzeitige Zweitschrift des Liedes an der gleichen Stelle von Stelle „vil dicke Zwiebel“ schreibt: die erste Nennung der „Esslinger Zwiebel“ die gefunden wurde. Was sie bedeutet, ist nicht schwer zu enträtseln: die sengenden und brennenden, die scharfen Esslinger, die nichts unversucht lassen, bis es dem lieben Nachbarn in den Augen beißt.   
Eine andere Version hängt mit dem Teufel zusammen – so kannte ich das bisher nur:
 

 Lange ist es her, da machte der Teufel einmal einen Besuch in Esslingen am Neckar.
Er spazierte durch die Stadt, grüßte mal hierhin, mal dort hin und freute sich diebisch, wenn die rechtschaffenen Bürger seinen Gruß höflich erwiderten und an gar nichts Böses dachten.
Er kam auch auf den Marktplatz und da es wohl ein Mittwoch oder Samstag war, wurde dort gerade Wochenmarkt abgehalten. Der Teufel staunte nicht schlecht, was da alles feilgeboten wurde: Rettiche, Blumenkohl, Kopfsalat, Birnen, Zwetschgen und ganz besonders schöne rotbackige Äpfel. Es gelüstete in sehr, einen solchen Apfel zu versuchen. So trat er an einen Stand heran und sagte in schmeichelndem Ton: „Da habt ihr aber schöne Äpfel, gute Frau. Wollt ihr einen hungrigen und durstigen Fremden nicht einen davon versuchen lassen?“
Da hatte sich der Teufel aber getäuscht, wenn er geglaubt hatte, einer Wengertersfrau aus dem Esslinger Filial könne man mit solchen schönen Sprüchen imponieren! Die war sowieso viel schlauer als all die ehrbaren Bürger, die den Teufel zuvor in der Pliensau und auf dem Hafenmarkt so respektvoll gegrüßt hatten.
Sie hatte nämlic haus der eleganten Hose des Fremden einen Pferdefuß hervorschauen sehen, als er sich zu ihren Äpfeln hinunterbückte. Und ein Hauch von Schwefel war ihr auch schon in die Nase gestiegen. Deshalb war sie auf der Hut. Sie sagte aber ganz höflich: „Das freut mich, dass Euch meine Äpfel so gefallen. Es sind auch Luiken aus der Ahnen Garten. Probiert nur einmal wie saftig sie sind“.
Und damit griff sie in den Korb, der neben ihr stand und reichte dem Fremden ein Versucherle. Kaum aber hatte der volle Gier hinein gebissen, da verzog er auch schon ganz fürchterlich sein Gesicht und schüttelte sich voller Abscheu. Die listige Marktfrau hatte ihm nämlich statt des erbetenen Apfels eine schöne saftige Zwiebel gegeben. “Das sollen eure Äpfel sein! Spott über euch Esslinger!“ schrie der Teufel in seiner Wut und Enttäuschung. „Zwiebel sind es, scharfe Zwiebel. Und deshalb sollt ihr künftig nicht mehr Esslinger heißen, ihr stolzen Reichsstädter, sondern Zwiebel.“
Sprach`s und verlies eilends voller Zorn den Esslinger Wochenmarkt. Die anderen Marktleute erzählten nachher, durch das Mettinger Tor sei er verschwunden, Stuttgart zu. In der ganzen Stadt hat man seither den Teufel nicht mehr gesehen. Das ist es den Esslingern wert, von ihren Nachbarn gelegentlich „Zwiebel“ oder „Zwieblinger“ genannt zu werden.
 

                    

                      
"...wie sagen die Schwaben...."°gang zom Deifl °(wenn jeamnd verschwinden soll)...ond dees mach i jetzt au..."

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