schwabenhex

HIER KOCHT DIE HEX - ECHT SCH

 

       

 

"En dr Nod frisst dr Deifl au Mugga"

....Pfui Deifl

... aber erst WENN er in Not kommt!

Aber soweit ist es bei den Schwaben noch lange nicht: denn bevor auch die Mugga (Mücken) verspeisen müssen, machen die aus dem allerletzten "Epflbutza" noch ein 3-Sterne-Essen (das ist nun zwar etwas übertrieben, aber na ja....)

Hier nun das Rezept:

Man(n) oder Frau nehme (sofern man hat) erst einmal eine saubere Schüssel....Na, na na! Bei den Schwaben ist immer alles pikobello !

Den gut abgenagten Apfelbutzen klein schneiden, die Kerne nicht wegwerfen. Apfelstückchen noch etwas mit der Gabel zerdrücken, 250 gr. Mehl (das hat man ja immer daheim) darübersieben, verrühren mit 8 EL Wasser (oder Milch). In einer Pfanne ausbacken und mit den Kernchen zum Schluß garnieren.

Und dann: "En guada Abbedidd"  ... sollte so ein Teilchen vom Kerngehäuse im Hals stecken bleiben und ein wüstes Husten oder Röcheln hervorrufen - so darf sich ein anderes Familienmitglied an dem Küchlein laben....   

So nun aber Spass beisseite - jetzt gibt*s richtige Rezepte:   

Hier kocht die ....        ... lasst uns anfangen mit den ...

 

Suppen


Flädles-Suppe  
 
                         

Flädle nennt der Schwabe in dünne Streifen geschnittene Eier-Pfannkuchen 

Zutaten
Für die Flädle:
½ ltr. Milch
200 gr. Mehl
3 Eier
1 Prise Salz
2 EL Butterschmalz
 
Für die Fleischbrühe:
750 gr. Siedfleisch /Suppenfleisch
einige Suppenknochen – ein guter Metzger gibt die kostenlos bei
1 Stange Lauch
½ Knolle Sellerie
3 Stück Gelbe Rüben
1 – 2 Zwiebeln
Petersilie
Salz, Pfeffer
1 ½ ltr. Wasser
 
Zubereitung Fleischbrühe:
Lauch in Ringe schneiden, Sellerie und Gelbe Rüben grob würfen, Zwiebeln vierteln, Petersilie grob rupfen.
Siedfleisch und Knochen mit dem Wasser kalt ansetzen, Salzen pfeffern. Das zerkleinerte Gemüse dazugeben. Den Sud mindestens 1 ½ Stunden kochen.
Die Suppe abgießen abseihen.
Falls die Brühe nicht ganz verwertet wird, kann diese auch eingefroren werden. Mit oder ohne dem Gemüse.
 
Zubereitung Flädle
Mehl, Eier, Milch und Salz kräftig miteinander verrühren, bis ein dünnflüssiger Teig entsteht.Notfalls noch etwas Milch hinzugeben.
Das Fett in einer Pfanne zergehen lassen, bis es ziemlich heiß ist. Den Flädlesteig dünn eingießen. Das „Flädle“ auf beiden Seiten goldbraun backen. Etwas abkühlen lassen , aufrollen und in dünne Streifen schneiden.
Diese auf einen Suppenteller legen, mit der heißen Fleischbrühe übergießen, mit der klein geschnittenen Petersilie überstreuen. Heiß servieren und dann
 
„Guten Appetitt“
 
Übrigens: Handelt es sich um gute Fleisch- oder Suppenknochen, so können diese auch zweimal ausgekocht werden –
 
Gell – das lacht des sparsamen Schwaben Herz !!!
 
Wie der Schwabe das Siedfleisch verwertet erfahrt Ihr weiter unten
 
 

Schwäbische Mostsuppe    

Zutaten:
1/2 ltr. Fleischbrühe  - Rezept bei „Flädlessuppe“
1/2 ltr. vergorener Apfelmost
30 g Butter
40 g Mehl
1/8 ltr Sahne
2 Scheibe n Brot
100 g Speckwürfel
Salz, Pfeffer, Petersilie , Muskat

Zubereitung:
Butter im Topf zergehen lassen, mit Mehl bestäuben und bei geringer Hitze leicht einbrennen lassen.
Mit  der kalten Fleischbrühe und dem  Apfelmost aufgießen.
Bei schwacher Hitze für ca. 1/2 Stunde köcheln  lassen. Dabei ständig umrühren.
Mit Salz , Pfeffer und Muskat abschmecken. Durch ein Haarsieb passieren. Geschlagene Sahne unter die Suppe heben.
Brot in Würfel schneiden und mit den Speckwürfeln knusprig rösten. Fein gehackte  Petersilie vor dem Servieren über die Suppe streuen.

Wer nix schafft, muass wenigstens guat essa ond trenka.

Schwäbische Brotsuppe     
 
Brotsupp machà, isch et schwer,
erschd muaß à ganz’r Brotloib her
ond nò brauchsch’d nò zwoi Liter Wasser,
jetzt wird der Brotloib glei viel nasser.
À Gwürz muaß au no drennà sei,
was fir ois, isch oinerlei,
dò dr’zua, brauchsch’d au en Zwiebel,
den, dr’zu’duasch’d, en den Kiebel.
Ebbàs Fett ond Griàbàschmalz,
dass guàt  aberutsch’d, em Hals.
Jetzt schdellsch’d dean ganzà Blitz uff’s Feier,
nemmsch’d abber Holz, weil s’Öl isch z’deier.
Dui Brotsupp lesch’d nò ane derg’là,
blos ab ond zua, muasch’s omme werglà,
dass nex àbrennt uff em Herd,
sonsch’d isch dui Brotsupp nex meh wert.
Wenn’d Zwiebl ausseahnd wie dia Mohrà,
nò isch die Brotsupp ebbàs worà.
Wenn’d ällàs machschd, wià i han g’sait,
nò gibt’s à guate Brotsupp, heit.  
 

 
 
Hauptgerichte

 

Gaisburger Marsch                           

(Äbiaraschnitz ond Schpatza) 

 

Zutaten

Fleischbrühe

Spätzla

600 g Kartoffeln

1 Zwiebel

30 g Fett

 

Zubereitung

Fleischbrühe      kochen  wie oben

Spatzenteig       Rezept nachfolgend

 

Rohe Kartoffeln schälen, vierteln und ca. 20 Minuten in Salzwasser weich kochen.

Zwischenzeitlich die Spätzle schaben

Zwiebel fein würfeln und in dem Fett bräunen, Petersilie fein hacken

Das Siedfleisch aus der Brühe nehmen, in mundgerechte Würfel schneiden.

Die Kartoffeln, Spätzle, Fleischwürfel in einer Suppenterrine  anrichten. Die  heiße abgeseihte Brühe  darüber gießen,. Zum Schluss die gebräunten Zwiebelwürfel zugeben und mit gehakter Petersilie bestreuen..

 

Abwandlung: Hat man evtl. nur noch eingefrorene Fleischbrühe, da das Fleisch anderweitig verwertet wurde  (z.B. für das nun folgende Essen) so kann man dafür auch 3-4 Rote Würste rädeln und  diese in der Brühe dann kurz mitköcheln lassen.

Es ist dann zwar kein echter „Gaisburger Marsch“ mehr – schmeckt aber genaus so lecker  - und  es handelt sich dann  halt um einen 

 

„ Original-Oberesslinger-Marsch“.

 

Wie kam es zu diesem Namen? Ganz einfach. Im Stuttgarter Stadtteil Gaisburg befand sich das Wirtshaus „Bäcka-Schmiede“. Der Wirt kochte unter dem Motto „rasch, heiss, kräftig und billig“ einen schmackhaften Eintopf aus Fleischbrühe, Rindfleisch, Spätzla und Kartoffelschnitzen.

Vor dem 1. Weltkrieg hatten die Offiziersanwärter der Stuttgarter Bergkaserne das Vorrecht, ihr Essen nicht in der Kaserne einnehmen zu müssen, sondern durften dies in einem Wirtshaus tun. Sie bevorzugten daher die „Bäcka-Schmiede“ und stellten sich somit zum „Gaisburger Marsch“ auf. Das Gericht hat daher seinen Namen bekommen.

 

 

 

 

Hier nun  eine mögliche Verwertung des Siedfleisches

 

 

Siedfleisch mit Bratkartoffeln und Rote-Rüben-Salat

Früher: Armer-Leute-Essen  

 

Zutaten

Siedfleisch    übrig aus Fleischbrühe

1/2 ltr. Instantbrühe

600 g Kartoffeln

6 Rote Rüben (Rote Beete)

2 Zwiebeln

Kümmel

Fett

4 Essiggurken

Preiselbeeren  oder Rote Johannisbeer-Gsälz

Salz, Pfeffer. Essig, Öl

 

Zubereitung

Rote-Rüben-Salat

Die Roten Rüben in heißem Wasser weich kochen (Kann bis zu 2 Stunden dauern), abkühlen lassen, rädeln. Zwiebel fein würfeln und dazugeben.

Mit Essig, Öl, Salz , Pfeffer und Kümmel  anmachen.

 

Siedfleisch in kalten Wasser oder Instantbrühe erwärmen. Ganze Kartoffeln weich kochen, abkühlen lassen, schälen und rädeln.

Fett in der Pfanne zergehen lassen, die Kartoffel-Rädchen hinein geben. Etwas anrösten lassen, wenden. Zwischenzeitlich  eine  Zwiebel in feine Würfel schneiden, zu den Kartoffeln geben. Alles knusprig anrösten.

Das heiße Siedfleisch in Schieben schneiden. Portionsweise auf einem Teller mit den Bratkartoffeln, Rote-Rüben-Salat, Essiggurken und Preiselbeeren anrichten.

 

Ob Ihr`s glaubt oder nicht: auch das schmeckt ganz lecker

 

Spätzla handg`schabt                                                  

 

Zutaten                                                                                       

500 gr. Mehl                                                                                                                          

3 Eier

1 Prise Salz

1/8 – 1/4 ltr. Wasser

                                                                            

Mehl, Eier, Salz und ein wenig Wasser vermengen. Stufenweise das restliche Wasser zugeben, verrühren und den Teig mit einem Kochlöffel gut durchschlagen bis Blasen entstehen.

Dann ungefähr 10 bis 15 Min. ruhen lassen.

Zwischenzeitlich einen großen Topf Salzwasser aufsetzen und zum kochen bringen.

Ein kleines Spatzen-Brettchen mit kaltem Wasser anfeuchten. Ein wenig Teig darauf geben und mit einem glatten, nassen Messer die Spätzle dünn  in das aufkochende Salzwasser schaben.

Sind die Spätzle gar (das geht ganz schnell) schwimmen sie an der Oberfläche. Mit einem Schaumlöffel abseihen, mit Wasser abspülen  damit sie nicht zusammenkleben und auf einer Platte im Backofen warm halten bis die restlichen Spätzle fertig geschabt sind.

Spätzlesrezept für reigschmeckte Feinschmecker

 

En a Schissel kommt a Pföndle

Woizamehl – des hot sich glei –

Oier driber zwoi bis frei.

Wasser ond au Salz a Quentle,

`s ganze schlait mr noh wia domm

solang en dr Schissl rom,

bis mr`s Toigle schliaßlich glatt hot

ond dia Ärbet ghörig satt hot.

Ond wenn’s no noh Blosa geit,

liabe Leit, noh ischs so weit.

 

Mittlerweil kochts Wasser schao,

(gsalza muass mrs vorher hao.!)

Jetzt kommt s Spatzabrittle dra,

Toig druff, ond noh schabt mr monter

(dees will glernt sai bis mrs ka!)

Ällen Toig ens Wasser nonter.

So, ond jetzt guggt mr en Ruah

Deare Gschicht a Weile zuah.

Send a paar Menütla rom,

ruaft mr dreimol: „Spätzle komm!“

Ond schao schwemmat älla dia

Spätzl aoba en dr Brüah.

Uffpaßt jetzt, ond et lang bsonna!

Rausgfischd älle, noh isch gwonna.

Ond damits koin wüasta Papp geit,

wurd des ganze Wasser abgseiht.

 

So, ond will mr jetzet noh,

we-mr`s ko, was übrigs do,

schmelzt mr halt dia Spätzla gschwend,

weil se so am beschda send,

 

Wia mrs isst? – i glaub, des brauch

I uich et uf d`Nas nufbenda;

D`Spätzle wern no en dein Bauch

Schao au no aloi nafenda !

 

Dees war jetzd au amol ebbas zom schmonzla

Was da alles drinnen ist, das siehst du von
außen nicht!

 

Schwäbische Maultaschen in der Brühe

Zutaten                                                    

Für den  Nudelteig:
200 g Mehl
3 Eier                                                  
1 TL Öl
1 Prise Salz

Für die Füllung:
500 g blanchierter Spinat
2 Zwiebeln

1 Stange Lauch
1 Bund Petersilie
250 g Hackfleisch
2 alte Brötchen,

1 Ei

Salz, Pfeffer, Muskat

 

Zum Anrichten

Fleischbrühe

30 gr. Fett

1 Zwiebel

Schnittlauch

 

Zubereitung  Teig
Die Hälfte vom Mehl in eine Schüssel geben, mittig ein Loch machen. Eier, Öl und Salz dazugeben. Alles gut verrühren, immer wieder das restliche Mehl dazugeben, schließlich gut durchkneten, bis der Teig ziemlich fest ist (er darf nicht zu feucht sein).

Dann mit einem Wellholz dünn ausrollen.

 

Zubereitung Füllung

Spinat blanchieren, dann in Eiswasser legen, damit er seine Farbe behält.

Die Brötchen in Scheiben schneiden und in  etwas warmer Milch (oder Wasser) aufweichen

Lauch in Scheiben schneiden, Zwiebeln würfeln, Petersilie und den blanchierten Spinat klein hacken.

Alles in heißer Butter anbraten, dann in eine Schüssel geben. Das Hackfleisch und die eingeweichten und ausgedrückten Brötchen beifügen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Ei beifügen und alles gut durchkneten.

Den möglichst dünn ausgerollten Nudelteig und in ca. 10 cm lange Quadrate schneiden.

In die Mitte einen kleinen Kloß der Füllung setzen, die Ränder mit Ei einpinseln und ein weiteres Nudelteig-Stück darauf legen. Die mit Eigelb eingepinselten Ränder gut andrücken. Die Maultasche mit der Hand etwas platt drücken, bis sich die Füllung in alle Ecken verteilt hat. Evtl. mit einem Zackenrädchen nachrädeln.

Fleischbrühe  erhitzen und die Maultaschen darin ca. 10 Min. ziehen lassen.

 

Zwischenzeitlich die Zwiebel fein würfeln und in dem Fett goldgelb braten. Das Ganze  den Maultaschen zufügen (nennt man abschmelzen).

Auf eine Suppenteller die Maultaschen portionieren, mit heißer Fleischbrühe übergießen und mit Schnittlauchröllchen  bestreuen.

 

Maultaschen wurden früher (zum Teil auch noch heute) in der Karwoche (vom Palmsonntag bis Karsamstag) - traditionsgemäß am Karfreitag gegessen, jedoch ohne Hackfleisch. Die war auf die Vorbereitung zur Fastenzeit zurück zuführen.

 


 

 

oder aber auch so:

Maultaschen

 

Hackfloisch, Zwiebel, Peitschestecka,

wassergwoichte Doppelwecka,

Peterleng, Spenat ond Brät,

ällas durch dr Floischwolf dräht,

Oier drüber, Salz ond Pfeffer,

geit a Doigle, geit an  Teffer.

Grad für ` d  Nudelböda gricht

Ond schau kriagt dui Sach a Gsicht!

 

Druffg`schmiert, zuadeckt, toilt ond g`schnitta,

net lang g`fackelt maih ond ditta,

nei end Brüah ond uffkocht gschwend –

Selbner schuld, wer`s Maul verbrennt

 

So gohts  nadierlich au

 

 

Maultaschen geröstet


 Rezept wie Maultaschen in der Brühe

Zusätzliche Zutaten

1 EL Fett

2 Eier

1 Zwiebel

Salz, Pfeffer, Paprikapulver

 

Die in der Brühe gekochten Maultaschen in mundgerechte Stücke schneiden..

Zwiebel fein würfeln, Fett in einer Pfanne schmelzen, die Zwiebeln und Maultaschenstücke darin knusprig anbraten. Die Eier darüber schlagen und mit Salz , Pfeffer und Paprikapulver würzen.

 

Statt mit Eiern  geröstet können die Maultaschen auch mit Käse überbacken werden.

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