schwabenhex

SONGS aus SCHWABEN träller, tr

Die Schwaben und Ihre Lieder

Über die Hymnen habe ich ja schon ein Kleinwenig berichtet.

Bei den nachfolgenden Gesangsstücken handelt es sich um deutsches Volksliedtertum ...wobei man aber schon sagen kann, dass die Schwaben einige Lieder davon zu einer Art „Schwabenhymne“ auserkoren haben.

 

Viele der Lieder haben allerdings viel mehr Strophen, als ich hier anführe. Ich sehe das aber in keinster Weise als Tragödie an, denn eigentlich – und da will ich mich gar nicht ausschließen – kennt der Schwabe ja nur die ersten drei Verse eines Liedes. So heißt es wenigstens allenthalben. Ob es stimmt – na ja, manchmal schon...

 

Mit dem wohl bekanntesten Lied will ich nun mal anfangen:

 

 

Auf am Wasa graset d `Hasa

 

Auf'm Wasa graset d' Hase
Ond im Wasser gambad d' Fisch,
Lieber will i gar koi Schätzle,
   Als en soda Fleadrawisch.

Muader, muscht mer, schlah me s' Blechle,
Türleshosa macha lau',
Daß i au so Türleshosa
   Wia dr Herr Provisor hau'.

Gang mer aweg mit Sametschühla,
Gang mer aweg mit Bendela
Bauramädla send mer liaber,
   wia so Kaffeebembela.

Kleine Kügaela muaß mer giaßa,
Wenn mer Vögela schiaßa will;
Schene Mädla muß mer liaba,
   Wenn mer schene Weiber will.

Wo'n i hau' mai Schätzle gnomma,
Hot mei Muader grausig dau',
Hot mi bei de Aura gnomma,
   D' Stiega abe pfludra lau
!

Hender meiner Schwiegermuader
Ihrem graußa Hemmelbett
Stoht a ganzer Sack voll Sechser,
   Wen i no dia Sechser hätt!

Hender meinem Schwiegervatter
Seinem graußa Sekretär
Stoht a dicker Oichaknippel
   Wenn der no beim Deifel wär!

 Durch´s Wiesatal

Durch's Wiesetal gang i jetzt na,
Brech' lauter Batenka durna;
Batenka muß i breche,
Schön Sträußale draus macha,
Aus lauter Batenka und Klee,
I han jo koi Schätzele meh!

Und wenn i's verlore doch hab',
Warum liegt's denn net in sein'm Grab?
Tät zum Grab jo mit Klage
E Sträußale ihm traga,
Aus lauter Batenka und Klee,
I han jo koi Schätzele meh
!

Ach 's lebt jo und ist mer net treu,
Und i weiß: jetzt ist alles vorbei,
Und die Rose und die Nelke
Müßet traurig all' verwelke,
Verwelke Batenka und Klee,
I han jo koi Schätzele meh!

 

Friedrich Silcher
 

 

Die Wurmlinger Kapelle

Droben stehet die Kapelle,
schauet still ins Tal hinab,
drunten singt bei Wieß´und Quelle,
froh und hell der Hirtenknab.

Traurig tönt das Glöcklein nieder,
schauerlich der Leichenchor;
stille sind die frohen Lieder,
und der Knabe lauscht empor.

Droben bringt man sie zu Grabe,
die sich freuten in dem Tal.
Hirtenknabe, Hirtenknabe,
dir auch singt man dort einmal.

Ludwig Uhland schrieb den „Hirtenknab`“

 

Ich hatt' einen Kameraden

Ich hatt' einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
Im gleichen Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen:
Gilt's mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen
Als wär's ein Stück von mir

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad'.
Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew'gen Leben
Mein guter Kamerad!

Ludwig Uhland

Ja, ja, bald lauter so trauriche Liadla – do wird oim jo ganz wehmiadich oms Herz !
Mr sait zwar so a Manchsmol
„der muass au en Keller na zom lacha.“ –
aber sodene Trauerklöss sen mir Schwoba doch au nett...
aber wartet no, `s kommt au no ebbas Luschdicheres....

 

Oh Schwarzwald, oh Heimat

 

Oh  Schwarzwald, oh Heimat, wie bist du so schön!

Wie locken das Herz deine schwarzdunkeln Höhn.
Zum fröhlichen Wandern in Hochsommerzeit,
Zum Rasten in heimèlicher Einsamkeit,
Im traulichen Mühlgrund, bei Quellengetön:
Oh Schwarzwald, oh Heimat, wie bist du so schön!

Oh Schwarzwald, oh Heimat, wohl hat mir die Welt
Mit köstlichen Wundern die Seele geschwellt:
Die lachende Ferne erschloss ihre Pracht,
Doch hab' ich in Liebe stets deiner gedacht,
Im Traum sah ich winken die schwarzdunkeln Höhn:
Oh Schwarzwald, oh Heimat, wie bist du so schön!

Oh Schwarzwald, oh Heimat, dein Rauschen erklang
Ins Träumen des Kindes, wie Wiegengesang,
Und später, da gabst du dein weites Revier
Zum Tummelplatz fröhlicher Spiele mir;
Die lauschigen Täler, die schauenden Höhn:
Oh Schwarzwald, oh Heimat, wie bist du so schön!

Oh Schwarzwald, oh Heimat, noch heut' füllt die Brust
Ein Nachklang der schwärmenden, brausenden Lust,
Mit der du die Stirn mir beim Maitrank bekränzt,
Wo Schönheit und Liebe den Becher kredenzt,
Bei Tanz und bei Liedern und Waldhorngetön:
Oh Schwarzwald, oh Heimat, wie war das so schön!

Oh Schwarzwald, dein Zauber bleibt ewig uns neu,
Drum lieb' ich dich innig, dich liebe ich getreu,
Und kommt einst mein Stündlein, bei dir nur allein,
Von dir überwölbt, will begraben ich sein,
Wo Waldvögel jubeln von frühroten Höhn:
Oh Schwarzwald, oh Heimat, wie bist du so schön!

 

I sags doch: `s wird scho a bissle fröhlicher....